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Wasserwissen

PFAS im Wasser: was eine Laboranalyse zeigt — und was nicht

PFAS beschäftigen Behörden, Wasserversorger und Labore. Gemeint ist eine Gruppe synthetischer Chemikalien, die sich kaum abbauen und deshalb «Ewigkeitschemikalien» genannt werden. Dieser Beitrag ordnet ein: was hinter der Abkürzung steckt, warum reguliert wird, wie eine Analyse zustande kommt — und warum «es konnten keine Spuren nachgewiesen werden» etwas anderes bedeutet als «nicht vorhanden».

Aktualisiert im August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • PFAS sind synthetische Chemikalien, die sich kaum abbauen — daher der Name «Ewigkeitschemikalien».
  • «Keine Spuren nachweisbar» heisst: unterhalb der Nachweisgrenze — das ist nicht dasselbe wie «nicht vorhanden».
  • Für Piz Sardona liegt die schriftliche Bestätigung eines unabhängigen Labors vor, dass keine Spuren nachgewiesen werden konnten.

Was sind PFAS?

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Gemeint ist keine einzelne Chemikalie, sondern eine grosse Gruppe synthetischer Verbindungen mit einer Gemeinsamkeit: einer sehr stabilen Bindung zwischen Kohlenstoff und Fluor. Diese Bindung macht die Stoffe technisch nützlich. Sie weisen Wasser, Fett und Hitze ab und kommen deshalb in Industrie, Landwirtschaft und Konsumgütern zum Einsatz.

Dieselbe Stabilität hat den Beinamen «Ewigkeitschemikalien» eingebracht. PFAS bauen sich in der Umwelt kaum ab. Was einmal freigesetzt wurde, bleibt: in der Luft, in Böden, in Gewässern. Über diese Wege gelangen die Stoffe auch ins Trinkwasser und reichern sich dort an. Ein Eintrag verschwindet nicht wieder, er verteilt sich nur.

Warum PFAS reguliert werden

Die Regulierung setzt bei genau dieser Langlebigkeit an. Ein Stoff, der sich nicht abbaut und sich in Umwelt und Organismen anreichert, verhält sich anders als ein Rückstand, der nach Wochen verschwunden ist. Behörden arbeiten deshalb nach dem Vorsorgeprinzip und begrenzen den Eintrag, bevor jede einzelne Verbindung abschliessend beurteilt ist. Die EU-Trinkwasserrichtlinie kennt seit 2020 Summengrenzwerte für PFAS; die Schweiz hat für Trinkwasser Höchstwerte festgelegt. Für natürliches Mineralwasser gelten daneben eigene lebensmittelrechtliche Vorschriften. Massgebend ist in beiden Fällen die jeweils geltende Fassung.

Der Wissensstand ist dabei ungleich verteilt. Zu einzelnen, seit Langem untersuchten Verbindungen liegen umfangreiche Daten vor. Zu vielen anderen aus derselben Stoffgruppe ist die Datenlage dünn. Bewertungen werden laufend überarbeitet, Vorgaben nachgeführt, Prüfumfänge erweitert. Wer sich heute mit PFAS befasst, befasst sich mit einem Feld in Bewegung.

Wie PFAS in den Wasserkreislauf gelangen

Die Eintragspfade liegen an der Oberfläche. Industrielle Abwässer, Löschschäume, beschichtete Textilien und Papiere, Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen: Von dort wandern die Stoffe in Böden und Gewässer. Ein Teil geht in die Atmosphäre über und kommt mit dem Niederschlag andernorts wieder herunter. Spuren lassen sich deshalb auch weit entfernt von jeder Industrieanlage finden.

Für ein unterirdisches Vorkommen zählt vor allem zweierlei: was im Einzugsgebiet oberhalb geschieht und wie lange das Wasser unterwegs ist. Wasser, das heute gefasst wird, ist vor Jahren oder Jahrzehnten versickert. Es trägt die Signatur der Zeit, in der es in den Untergrund gelangte, nicht die von heute. Tiefe, alte Vorkommen reagieren dadurch träger auf aktuelle Einträge als oberflächennahe Fassungen. Ein Automatismus ist das nicht. Entscheidend bleiben Geologie, Einzugsgebiet und Messung.

Was «nicht nachweisbar» im Labor bedeutet

Hier lohnt sich Genauigkeit, weil im Alltag stark verkürzt wird. Ein Labor misst nie «alles». Es sucht eine definierte Auswahl von Verbindungen, mit einem definierten Verfahren, in einer konkreten Probe. Jedes Verfahren hat eine Empfindlichkeitsgrenze: Unterhalb davon lässt sich ein Signal nicht mehr sicher vom Rauschen der Messung unterscheiden. Das ist die Nachweisgrenze.

  • Welche Verbindungen gesucht wurden: Die Stoffgruppe umfasst eine grosse Zahl einzelner Substanzen. Eine Methode erfasst immer eine Auswahl davon, nie die gesamte Gruppe.
  • Wie empfindlich gemessen wurde: Je tiefer die Nachweisgrenze eines Verfahrens liegt, desto kleinere Mengen werden sichtbar. Bei null liegt sie nie.
  • Welche Probe untersucht wurde: Ein Befund gilt für das Material, das im Labor lag, und für den Zeitpunkt der Messung.
  • Wer gemessen hat: Unabhängige Labore arbeiten nach dokumentierten, wiederholbaren Verfahren. Das macht ein Ergebnis überprüfbar.

Daraus folgt eine Unterscheidung, die schnell untergeht. «Es konnten keine Spuren nachgewiesen werden» ist eine Aussage über die Messung: Was gesucht wurde, lag unterhalb der Nachweisgrenze des Verfahrens. «Nicht vorhanden» wäre eine Aussage über die Wirklichkeit, und die kann eine Analyse grundsätzlich nicht liefern, so empfindlich sie auch misst. Ein Nullbefund belegt keine absolute Abwesenheit. Er zeigt, dass unterhalb einer bestimmten Schwelle nichts zu sehen war.

Deshalb steht in diesem Text durchgehend die Formulierung des Labors: Es konnten keine Spuren nachgewiesen werden. Die absolute Verkürzung wäre griffiger und sachlich falsch. Wir verwenden sie nicht.

Was für Piz Sardona vorliegt

Zu Piz Sardona liegt eine Angabe des Herstellers vor. Die Mineralquellen Mels AG teilt mit, sie habe ihr Mineralwasser von einem unabhängigen Labor in Deutschland auf PFAS untersuchen lassen; das Labor habe schriftlich bestätigt, dass keine Spuren von PFAS nachgewiesen werden konnten. Zu Prüfumfang, Verfahren und Nachweisgrenze liegen keine öffentlichen Angaben vor.

Entsprechend zurückhaltend ist der Befund zu lesen, und zwar genau so, wie es der Abschnitt oben beschreibt: Was untersucht wurde, lag im geprüften Material unterhalb der Nachweisgrenze des eingesetzten Verfahrens. Mehr trägt ein solches Ergebnis nicht — und weniger auch nicht.

Das Unternehmen selbst ordnet sein Wasser so ein: «Wir waren schon immer davon überzeugt, dass unser Alpenmineralwasser exzellent im Geschmack und in der Qualität ist», sagt Malte Christian Mack, Geschäftsleiter der Mineralquellen Mels AG. Der Satz gibt die Sicht des Herstellers wieder, nicht das Ergebnis einer Messung.

Was die Herkunft beitragen kann — und was nicht

Das Wasser der Castelsquelle in Mels versickert in einem Gebiet über 2'000 m ü. M., beim UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona, und ist danach rund zwölf Jahre durch Gesteins- und Felsschichten unterwegs. Was heute abgefüllt wird, hat den Untergrund also vor über einem Jahrzehnt erreicht. Die Herkunft beschreibt den Weg eines Wassers und die Zeit, die es dafür braucht. Sie ersetzt keine Messung und sagt für sich genommen nichts darüber aus, was in einer Probe zu finden ist. Wo dieser Weg beginnt, zeigt die Seite zum Ursprung.

Zur Einordnung gehört ein zweiter Punkt. Dass ein natürliches Mineralwasser aus einem unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Vorkommen stammt, ist keine Besonderheit einer einzelnen Marke, sondern Bedingung der ganzen Kategorie, festgehalten im Lebensmittelrecht — nachzulesen im Beitrag über Quellwasser und Mineralwasser. Was eine einzelne Quelle auszeichnet, steht in ihrer Analyse. Jene der Castelsquelle finden Sie auf der Seite unser Wasser.

Häufige Fragen

Wurden in Piz Sardona PFAS nachgewiesen?

Nach den vorliegenden Angaben nicht. Die Mineralquellen Mels AG teilt mit, ein unabhängiges Labor in Deutschland habe schriftlich bestätigt, dass keine Spuren von PFAS nachgewiesen werden konnten. Diese Formulierung ist bewusst gewählt und bedeutet nicht dasselbe wie «nicht vorhanden»: Ein Laborbefund bezieht sich immer auf die untersuchten Verbindungen, auf das eingesetzte Verfahren und auf die geprüfte Probe.

Was bedeutet «nicht nachweisbar» in einem Laborbericht?

Dass der gesuchte Stoff unterhalb der Nachweisgrenze des Verfahrens lag. Jede Analysemethode hat eine Schwelle, unter der sich ein Signal nicht mehr sicher vom Rauschen der Messung unterscheiden lässt. «Nicht nachweisbar» ist damit eine Aussage über die Empfindlichkeit der Messung, nicht der Beweis, dass ein Stoff in keiner Menge vorhanden ist. Diesen Beweis kann eine Analyse grundsätzlich nicht erbringen.

Gibt es gesetzliche Grenzwerte für PFAS im Wasser?

Für Trinkwasser ja. Die EU-Trinkwasserrichtlinie kennt seit 2020 Summengrenzwerte für PFAS, und die Schweiz hat für Trinkwasser Höchstwerte festgelegt; für natürliches Mineralwasser gelten eigene lebensmittelrechtliche Vorschriften. Welche Verbindungen erfasst werden und wie hoch die Werte liegen, wird laufend überprüft und angepasst. Massgebend ist immer die aktuelle Fassung der jeweiligen Verordnung.

Bedeutet eine lange Verweildauer im Gestein, dass keine PFAS ins Wasser gelangen?

Nein. Die Verweildauer ist ein Faktor unter mehreren, keine Garantie. Wasser, das vor Jahrzehnten versickert ist, spiegelt die Verhältnisse von damals und reagiert träger auf aktuelle Einträge als eine oberflächennahe Fassung. Daneben zählen die Geologie und das Einzugsgebiet oberhalb der Quelle. Was in einem Wasser ist, zeigt am Ende nur die Analyse — und auch sie nur im Rahmen dessen, was sie untersucht hat.

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Piz Sardona

Basisches Mineralwasser mit pH 8,0 aus der Castelsquelle in Mels — zwölf Jahre durch das Gestein der Sardona-Alpen gefiltert.

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