Zum Inhalt springen

Berg & Herkunft

Piz Sardona: der Berg hinter dem Wasser

Der Piz Sardona, auf Deutsch Surenstock, ist ein 3'056 Meter hoher Gipfel im Grenzgebiet der Kantone St. Gallen, Glarus und Graubünden. Er gibt einem UNESCO-Welterbe und einer ganzen Bergregion seinen Namen – und einem Mineralwasser. Forschende reisen seit über hundert Jahren hierher, weil kaum ein anderer Ort so klar zeigt, wie Gebirge entstehen. Und aus Schnee und Regen in seiner Umgebung wird über Jahre ein natürlich basisches Mineralwasser.

Aktualisiert im August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Piz Sardona, deutsch Surenstock, ist 3’056 m hoch, im Grenzgebiet von St. Gallen, Glarus und Graubünden.
  • Die Tektonikarena Sardona ist seit 2008 UNESCO-Welterbe — eine der wenigen rein geologisch begründeten Stätten.
  • Das Wasser versickert über 2’000 m ü. M. und braucht rund zwölf Jahre bis zur Castelsquelle in Mels.

Wo liegt der Piz Sardona?

Der Piz Sardona liegt dort, wo sich die Kantone St. Gallen, Glarus und Graubünden treffen: im hochalpinen Grenzgebiet zwischen dem Sarganserland, dem Glarner Sernftal und dem Bündner Vorderrheintal. Mit 3'056 m ü. M. zählt er zu den höchsten Gipfeln der Region; in seiner Nachbarschaft erheben sich unter anderem der Ringelspitz und das Trinserhorn. Der deutsche Name des Berges lautet Surenstock. Durchgesetzt hat sich jedoch, auch auf vielen Karten, die rätoromanische Bezeichnung «Piz Sardona».

Die Umgebung ist vergleichsweise abgeschieden: Auf der St. Galler Seite führen das Weisstannental und das Calfeisental an den Bergstock heran, auf der Glarner Seite das Sernftal mit dem Dorf Elm, auf der Bündner Seite die Gegend um Flims und Trin. Kleinere Gletscherflächen wie der Sardonagletscher prägen die Nordseite des Massivs. Wie fast überall in den Alpen sind sie in den letzten Jahrzehnten deutlich geschrumpft.

Was macht die Tektonikarena Sardona zum UNESCO-Welterbe?

Seit 2008 gehört die Schweizer Tektonikarena Sardona zum UNESCO-Welterbe, als eine der wenigen Stätten weltweit, die allein wegen ihrer Geologie ausgezeichnet wurden. Das Gebiet umfasst rund 300 Quadratkilometer Gebirgslandschaft rund um den namensgebenden Piz Sardona. Im Zentrum steht die Glarner Hauptüberschiebung: eine auffallend scharfe Linie in den Felswänden, entlang derer ältere Gesteinsschichten über deutlich jüngere geschoben wurden.

Normalerweise liegen jüngere Gesteine über älteren; in der Tektonikarena ist es umgekehrt. Bei der Alpenfaltung wurden ganze Gesteinspakete über viele Kilometer übereinandergeschoben, und kaum irgendwo sonst ist dieser Prozess der Gebirgsbildung so klar und über eine so weite Strecke sichtbar. Bereits im 19. Jahrhundert beschäftigte das Phänomen die europäische Geologie und trug wesentlich zum Verständnis bei, wie Gebirge entstehen. Am bekanntesten ist der Blick von Elm auf die Tschingelhörner mit dem Martinsloch, einem natürlichen Felsfenster in unmittelbarer Nähe der Überschiebungslinie.

Kann man den Piz Sardona besteigen?

Ja, allerdings ist der Piz Sardona ein hochalpines Ziel für erfahrene Berggängerinnen und Berggänger. Die Besteigung führt je nach Route über Firn- und Blockgelände; häufiger Ausgangspunkt ist die Sardonahütte des SAC im hintersten Calfeisental. Wer das Welterbe ohne Gipfelambitionen erleben möchte, findet in der Region markierte Wanderwege und Aussichtspunkte, welche die Glarner Hauptüberschiebung eindrücklich zeigen, auch auf mehrtägigen Routen durch das Welterbe-Gebiet.

Konkrete Routenbeschreibungen, Schwierigkeitsgrade und aktuelle Verhältnisse überlassen wir bewusst den Tourenportalen, den Hüttenteams und den Bergführerinnen und Bergführern: Dort sind diese Informationen fachkundig und aktuell gepflegt. Hochalpine Touren erfordern Erfahrung und sorgfältige Planung, dazu die passende Ausrüstung.

Was hat der Piz Sardona mit Mineralwasser zu tun?

Die Verbindung liegt buchstäblich im Berg. Auf über 2'000 m ü. M., in den Sardona-Alpen beim UNESCO-Welterbe, befindet sich das Versickerungsgebiet der Castelsquelle: Schmelzwasser und Niederschlag sickern dort in den Untergrund und beginnen eine jahrelange Reise durch den Fels.

Auf dem Weg in die Tiefe wirkt das Gebirge wie ein natürlicher Filter. Schicht um Schicht hält das Gestein Partikel zurück, während das Wasser nach und nach Mineralstoffe löst, etwa Calcium und Hydrogencarbonat aus Kalkgestein oder Sulfat aus sulfatführenden Schichten. Welche Mineralisierung ein Wasser am Ende aufweist, ist damit ein direktes Abbild der Geologie, die es durchquert hat. Worin sich Mineralwasser rechtlich von Quellwasser unterscheidet, erklären wir im Beitrag Quellwasser oder Mineralwasser.

Wie wird daraus das Wasser der Castelsquelle?

Rund 12 Jahre ist das Wasser durch Gesteins- und Felsschichten unterwegs, bevor es in Mels im Sarganserland aus der Castelsquelle gefasst wird: ein natürlich basisches Mineralwasser mit einem pH-Wert von 8,0. Die lange Passage durch den Berg erklärt seine Zusammensetzung. Pro Liter enthält es:

  • Calcium: 87 mg
  • Magnesium: 35 mg
  • Sulfat: 265 mg
  • Hydrogencarbonat: 133 mg
  • Natrium: 4 mg
  • Gesamtmineralisierung: 540 mg

Auffallend sind der tiefe Natriumgehalt von 4 mg pro Liter und der vergleichsweise hohe Sulfatwert von 265 mg – beides Spuren der Gesteinsschichten, die das Wasser durchflossen hat. Mit einer Gesamtmineralisierung von 540 mg pro Liter ist es insgesamt moderat mineralisiert. Die Tiefe und Dauer der Passage schützen das Wasser zugleich vor Einflüssen an der Oberfläche. Natürliches Mineralwasser muss in der Schweiz zudem direkt am Quellort abgefüllt werden. Mehr über Charakter und Werte lesen Sie unter unser Wasser.

Der Piz Sardona ist damit beides: ein geologisches Lehrstück und der Ursprungsort eines Wassers, dessen Charakter im Berg selbst entsteht. Den ganzen Weg vom Versickerungsgebiet auf über 2'000 m ü. M. bis zur Quellfassung in Mels zeichnen wir auf der Seite Ursprung nach.

Der Weg des Wassers

  1. Niederschlag versickert

    über 2’000 m ü. M.

  2. Filterung im Gestein

    rund 12 Jahre

  3. Castelsquelle, Mels

    pH 8,0

Vom Versickerungsgebiet über 2’000 m ü. M. bis zur Fassung in Mels — rund zwölf Jahre durch Gesteins- und Felsschichten.

Häufige Fragen

Heisst der Berg Piz Sardona oder Surenstock?

Beides ist korrekt. «Surenstock» ist der deutsche Name des Gipfels, «Piz Sardona» der rätoromanische. Auf den Landeskarten finden sich teils beide Bezeichnungen. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich weitgehend die romanische Form durchgesetzt, nicht zuletzt, weil auch das UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona und die umliegende Bergregion diesen Namen tragen.

Wo sieht man die Glarner Hauptüberschiebung am besten?

Der bekannteste Blick bietet sich bei Elm im Glarner Sernftal: Dort verläuft die Überschiebungslinie gut sichtbar durch die Felswände der Tschingelhörner, in denen auch das Martinsloch liegt. Daneben gibt es im ganzen Welterbe-Gebiet ausgeschilderte Aussichtspunkte sowie geführte Exkursionen, welche die Linie und ihre Entstehung anschaulich erklären.

Seit wann ist die Tektonikarena Sardona UNESCO-Welterbe?

Die Schweizer Tektonikarena Sardona wurde 2008 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Ausschlaggebend war die Glarner Hauptüberschiebung, die den Prozess der Gebirgsbildung ungewöhnlich klar sichtbar macht und die Forschung seit dem 19. Jahrhundert geprägt hat. Die Stätte gehört zu den wenigen Welterbe-Anerkennungen, die ausschliesslich geologisch begründet sind.

Warum heisst das Mineralwasser Piz Sardona?

Der Name verweist auf die Herkunft: Das Versickerungsgebiet des Wassers liegt auf über 2'000 m ü. M. in den Sardona-Alpen, beim UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona. Von dort sickert es über rund 12 Jahre durch Gesteins- und Felsschichten, bis es in Mels aus der Castelsquelle gefasst wird. Der Berg steht damit sinnbildlich für Ursprung und Charakter des Wassers.

Artikel teilen

Piz Sardona

Basisches Mineralwasser mit pH 8,0 aus der Castelsquelle in Mels — zwölf Jahre durch das Gestein der Sardona-Alpen gefiltert.

Unser Wasser