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Wasserwissen

Was ist basisches Wasser?

Basisches Wasser hat einen pH-Wert über 7 – so weit die einfache Definition. Interessanter ist, woher dieser Wert kommt: aus Mineralstoffen, die das Wasser im Gestein löst, allen voran Hydrogencarbonat. Und weil basisches Wasser oft mit grossen Versprechen verkauft wird, gleich vorweg: Seinen Säure-Basen-Haushalt reguliert Ihr Körper selbst, ganz gleich, was Sie trinken.

Aktualisiert im August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Basisch heisst pH über 7; der Wert stammt aus gelösten Mineralstoffen, allen voran Hydrogencarbonat.
  • Den Säure-Basen-Haushalt reguliert der Körper selbst — unabhängig davon, was Sie trinken.
  • Natürlich basisches Wasser ist mineralisch gepuffert und behält seinen pH-Wert.

Die pH-Skala: neutral, sauer, basisch

Der pH-Wert gibt an, wie viele freie Wasserstoffionen eine Flüssigkeit enthält. Die Skala reicht von 0 bis 14: Bei 7 ist eine Lösung neutral, darunter sauer, darüber basisch. Zitronensaft liegt etwa bei pH 2, Kaffee bei 5, eine Natronlösung bei gut 8, Seifenlauge um 9. Wichtig ist: Die Skala ist logarithmisch. Wasser mit pH 8 enthält zehnmal weniger freie Wasserstoffionen als Wasser mit pH 7 – chemisch ein klarer Unterschied, geschmacklich kaum einer.

Trinkwasser bewegt sich in der Schweiz meist zwischen pH 7 und 8,5. Kohlensäurehaltiges Mineralwasser liegt deutlich tiefer, oft um pH 5, weil gelöstes Kohlendioxid im Wasser Kohlensäure bildet. Stilles Wasser aus kalkreichem Gestein erreicht dagegen Werte um 7,5 bis 8.

Die pH-Skala

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pH 8,0 — basisch

Piz Sardona: pH 8,0 · Regler verschieben oder Pfeiltasten benutzen

Die pH-Skala reicht von 0 bis 14. Piz Sardona liegt mit pH 8,0 an der Quelle im leicht basischen Bereich.

Wovon hängt der pH-Wert von Wasser ab?

Chemisch reines Wasser wäre exakt neutral. Natürliches Wasser ist es praktisch nie, denn es löst auf seinem Weg Stoffe aus Luft und Gestein. Zwei davon prägen den pH-Wert besonders: Kohlendioxid senkt ihn, weil es im Wasser zu Kohlensäure reagiert. Hydrogencarbonat hebt ihn an und puffert ihn zugleich ab; der Wert bleibt dadurch stabil, selbst wenn kleine Mengen Säure hinzukommen.

Woher das Hydrogencarbonat stammt, entscheidet die Geologie. Kalkstein und Dolomit geben beim Kontakt mit Wasser Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat ab; solches Wasser wird hart und zugleich leicht basisch. Silikatgestein wie Granit gibt nur wenig ab, das Wasser bleibt weich und sein pH-Wert schwach gepuffert. Wie eng Gestein und Wasserhärte zusammenhängen, lesen Sie im Beitrag über kalkhaltiges Wasser.

Natürlich basisch oder künstlich ionisiert?

Natürlich basisches Wasser entsteht langsam. Sickerwasser wandert durch Gesteinsschichten, löst dabei Mineralstoffe und erreicht die Quelle mit einer Zusammensetzung, die sich über Jahre kaum verändert. Der pH-Wert ist hier eine Folge der Mineralisierung, kein eingestellter Zielwert. Ein Beispiel dafür ist die Castelsquelle in Mels, deren Wasser mit einem natürlichen pH-Wert von 8,0 aus dem Berg kommt.

Wasserionisierer gehen den umgekehrten Weg. Diese Geräte zerlegen Leitungswasser per Elektrolyse in einen basischen und einen sauren Teilstrom; getrunken wird der basische, der saure fliesst in den Abfluss. Der so erzeugte pH-Wert kann 9 und mehr erreichen, ist aber schwach gepuffert und sinkt wieder, sobald das Wasser an der Luft Kohlendioxid aufnimmt. Was hinter diesen Geräten steckt und wie ihre Verkaufsversprechen einzuordnen sind, lesen Sie im Beitrag über Kangen-Wasser.

Entsäuert basisches Wasser den Körper?

Nein. Der Körper hält den pH-Wert des Blutes von sich aus in einem engen Fenster zwischen 7,35 und 7,45. Dafür arbeiten mehrere Systeme zusammen: Puffersubstanzen im Blut fangen Säuren sofort ab, die Lunge atmet Kohlendioxid ab, und die Nieren scheiden überschüssige Säuren mit dem Urin aus. Diese Regulation läuft rund um die Uhr, unabhängig davon, was Sie trinken.

Dazu kommt der Magen. Magensäure hat einen pH-Wert von etwa 1,5 bis 2; jedes Glas Wasser trifft zuerst auf dieses stark saure Milieu. Die Vorstellung, basisches Wasser könne den Körper «entsäuern», hält dieser Physiologie nicht stand. Eine echte Verschiebung des Säure-Basen-Haushalts, etwa eine Azidose, kann ein medizinischer Notfall sein und gehört in ärztliche Behandlung.

Bei Fragen zu Ihrem Säure-Basen-Haushalt oder bei bestehenden Nieren- und Stoffwechselerkrankungen besprechen Sie Ihre Trink- und Ernährungsgewohnheiten am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Warum trinken Menschen trotzdem basisches Wasser?

Aus zwei nachvollziehbaren Gründen: wegen des Geschmacks und wegen der Mineralisierung. Hydrogencarbonatreiches Wasser schmeckt mild und weich, da die säuerliche Frische der Kohlensäure fehlt und die Mineralstoffe geschmacklich hervortreten. Wer ohnehin lieber ohne Sprudel trinkt, landet deshalb oft bei einem von Natur aus leicht basischen stillen Wasser.

Die Mineralisierung ist der zweite Grund. Wasser aus kalkreichem Gestein bringt Calcium und Magnesium mit, zwei Mineralstoffe, die der Körper täglich braucht. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt als Referenz für Erwachsene ab 25 Jahren 950 mg Calcium pro Tag sowie 350 mg Magnesium für Männer und 300 mg für Frauen. Ein mineralstoffreiches Wasser trägt zu dieser Zufuhr bei, ohne eine einzige Kalorie.

Zwölf Jahre im Berg statt Sekunden im Gerät: So lange braucht das Wasser der Castelsquelle von seinem Versickerungsgebiet über 2'000 m ü. M. in den Sardona-Alpen, beim UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona, bis zur Quellfassung in Mels. Auf diesem Weg durch Gesteins- und Felsschichten nimmt es seinen natürlichen pH-Wert von 8,0 an, zusammen mit insgesamt 540 mg Mineralstoffen pro Liter, darunter 87 mg Calcium und 35 mg Magnesium. Alle Werte im Detail finden Sie auf der Wasserseite.

Häufige Fragen

Ist basisches Wasser dasselbe wie hartes Wasser?

Nein, die beiden Begriffe messen Verschiedenes. Die Härte beschreibt den Gehalt an Calcium und Magnesium, der pH-Wert die Konzentration freier Wasserstoffionen. In der Praxis hängen sie oft zusammen: Wasser aus Kalkgestein ist meist hart und zugleich leicht basisch, weil dasselbe Gestein auch Hydrogencarbonat abgibt. Es gibt aber weiches Wasser mit hohem pH-Wert und hartes mit neutralem.

Welchen pH-Wert hat Leitungswasser in der Schweiz?

Je nach Region meist zwischen 7 und 8,5. In Gegenden mit Kalk- oder Dolomitgestein liegt der Wert eher oben, in Regionen mit Silikatgestein tiefer. Ihr Wasserversorger publiziert die aktuellen Werte; viele Gemeinden weisen den pH-Wert in der jährlichen Mitteilung zur Trinkwasserqualität aus.

Kann ich den pH-Wert von Wasser selbst messen?

Mit Einschränkungen. Teststreifen aus der Drogerie sind für Trinkwasser oft zu ungenau, weil es schwach gepuffert ist und die Farbskala nur grobe Stufen kennt. Zuverlässiger ist ein digitales pH-Messgerät, das vor jeder Messung mit Pufferlösungen kalibriert wird. Bei Mineralwasser lohnt sich der Blick auf die Website des Abfüllers; viele nennen den pH-Wert dort oder auf Anfrage.

Verändert Kochen den pH-Wert von Wasser?

Ja, leicht. Beim Erhitzen entweicht gelöstes Kohlendioxid, dadurch steigt der pH-Wert etwas an. In hartem Wasser fällt beim Kochen zudem Kalk aus, was den Gehalt an Calcium und Hydrogencarbonat senkt. Für den Alltag sind diese Verschiebungen unbedeutend; sie erklären aber, warum abgekochtes Wasser anders schmecken kann.

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Piz Sardona

Basisches Mineralwasser mit pH 8,0 aus der Castelsquelle in Mels — zwölf Jahre durch das Gestein der Sardona-Alpen gefiltert.

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