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Trinkverhalten

Kann man zu viel Wasser trinken?

Kann man zu viel Wasser trinken? Ja, aber es braucht dafür aussergewöhnliche Mengen. Wer in kurzer Zeit deutlich mehr trinkt, als die Nieren ausscheiden können, bringt den Salzhaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht; Fachleute sprechen von einer Verdünnungshyponatriämie. Mit normalem Trinkverhalten bleiben Sie von dieser Schwelle weit entfernt.

Aktualisiert im August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Möglich ist es, aber es braucht aussergewöhnliche Mengen in kurzer Zeit.
  • Auf die Geschwindigkeit kommt es mehr an als auf die Tagesmenge.
  • Durst ist ein verlässliches Signal; für «Entgiften» durch viel Trinken gibt es keine Grundlage.

Warum kann zu viel Wasser trinken zum Problem werden?

Wasser ist kein Gefahrenstoff, und der Körper reguliert seinen Flüssigkeitshaushalt äusserst zuverlässig. Kritisch wird es erst, wenn die Zufuhr die Ausscheidung deutlich übersteigt. Der Hintergrund: Der Körper hält die Konzentration von Natrium im Blut in engen Grenzen. Natrium ist an der Weiterleitung von Nervensignalen und an der Muskelarbeit beteiligt; es steuert zudem mit, wie sich Flüssigkeit zwischen Zellen und Blutbahn verteilt. Trinkt jemand in kurzer Zeit deutlich mehr, als die Nieren verarbeiten können, verdünnt sich das Blut, und der Natriumspiegel sinkt.

Diese sogenannte Verdünnungshyponatriämie ist der Mechanismus hinter dem, was umgangssprachlich «Wasservergiftung» genannt wird. Sinkt der Natriumspiegel deutlich, verschiebt sich Wasser in die Körperzellen, auch in jene des Gehirns, die dadurch anschwellen können. Ein solches Ungleichgewicht entsteht nicht durch ein Glas zu viel, sondern durch sehr grosse Mengen in sehr kurzer Zeit oder durch besondere Umstände, auf die wir weiter unten eingehen.

Wie viel Wasser ist zu viel?

Eine für alle gültige Obergrenze gibt es nicht; sie hängt von Körpergewicht, Nierenfunktion, Schweissverlust und Salzzufuhr ab. Als grobe physiologische Orientierung gilt: Gesunde Nieren können etwa einen Liter Flüssigkeit pro Stunde ausscheiden. Wer über mehrere Stunden hinweg deutlich mehr trinkt, ohne entsprechend Flüssigkeit und Salze zu verlieren, überfordert dieses System irgendwann. Dokumentierte Zwischenfälle betreffen denn auch fast ausschliesslich Situationen, in denen mehrere Liter innert weniger Stunden getrunken wurden, etwa bei Trinkwettbewerben oder aus falsch verstandener Vorsicht bei Ausdauerwettkämpfen.

Zur Einordnung der normalen Grössenordnung: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt als Referenzwert für die gesamte Wasserzufuhr rund 2,0 Liter pro Tag für Frauen und 2,5 Liter für Männer, inklusive des Wassers aus fester Nahrung, das typischerweise rund einen Fünftel bis einen Viertel ausmacht. Als Getränkemenge bleiben damit grob 1,5 bis 2 Liter. Bei Hitze, körperlicher Arbeit oder Sport darf und soll es mehr sein; über den Tag verteilt ist auch das unproblematisch.

Wer sollte besonders aufpassen?

Am besten dokumentiert ist das Risiko im Ausdauersport. Bei Marathonläufen, Langdistanz-Triathlons oder langen Bergtouren kommen mehrere Faktoren zusammen: Mit dem Schweiss gehen Wasser und Salz zugleich verloren, an jeder Verpflegungsstation wird «vorsorglich» getrunken, und die Belastung selbst kann die Wasserausscheidung über hormonelle Mechanismen drosseln. Für lange Belastungen gilt deshalb die Empfehlung, sich beim Trinken am Durst zu orientieren. Wie viel bei langen Einheiten überhaupt sinnvoll ist, zeigt der Trinkmengen-Rechner für lange Sporttage. Erhöhte Aufmerksamkeit ist zudem angebracht bei:

  • Erkrankungen von Nieren, Herz oder Leber, bei denen der Körper Flüssigkeit schlechter ausscheidet oder verteilt
  • Medikamenten, die den Wasser- oder Salzhaushalt beeinflussen, etwa bestimmten entwässernden Mitteln oder Psychopharmaka
  • psychischen Erkrankungen mit krankhaft gesteigertem Trinkverhalten (Polydipsie)
  • Ausdauerwettkämpfen über mehrere Stunden, besonders bei langer Zeit auf der Strecke

Wenn Sie an einer chronischen Erkrankung leiden oder regelmässig Medikamente einnehmen, besprechen Sie Ihre geeignete Trinkmenge mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine medizinische Beratung.

Welche Warnzeichen gibt es?

Eine leichte Hyponatriämie verursacht oft keine oder nur unspezifische Beschwerden. Bei einer relevanten Überwässerung können auftreten:

  • Kopfschmerzen, Benommenheit oder ungewöhnliche Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verwirrtheit oder auffällige Wesensveränderung
  • Muskelschwäche oder Krämpfe
  • Gewichtszunahme während einer langen sportlichen Belastung: ein Hinweis darauf, dass mehr getrunken als ausgeschieden wurde

Treten solche Beschwerden nach sehr grossen Trinkmengen auf, insbesondere während oder nach intensivem Ausdauersport, suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe. Trinken Sie in dieser Situation nicht weiter: Zusätzliches Wasser verschärft das Problem.

Warum ist Durst ein verlässliches Signal?

Bei gesunden Erwachsenen ist das Durstempfinden Teil eines fein abgestimmten Regelkreises: Steigt die Salzkonzentration im Blut auch nur leicht an, meldet sich der Durst – lange bevor ein relevanter Flüssigkeitsmangel entsteht. Die verbreitete Vorstellung, man müsse dem Durst stets «zuvorkommen», ist für gesunde Menschen deshalb unbegründet. Umgekehrt bringt ständiges Trinken ohne Durst keinen belegten Zusatznutzen; entscheidend ist die Balance über den Tag.

Wie viel für Sie persönlich sinnvoll ist, richtet sich unter anderem nach Gewicht, Aktivität und Klima; einen individuellen Anhaltspunkt liefert unser Trinkmengen-Rechner. Und weil die andere Seite deutlich häufiger vorkommt: Was passiert, wenn man zu wenig Wasser trinkt, lesen Sie im separaten Beitrag.

Was heisst das für den Alltag?

Für gesunde Menschen genügt eine einfache Faustregel: nach Durst trinken, zu den Mahlzeiten ein Glas einplanen und bei Hitze oder Bewegung moderat mehr. Vorsicht ist einzig bei extremen Mengen auf einmal angebracht. Wer sich daran hält, bewegt sich weit entfernt von jeder kritischen Schwelle.

Womit Sie Ihren täglichen Bedarf decken, ist letztlich Geschmackssache. Piz Sardona, ein natürlich basisches Mineralwasser mit pH 8,0, stammt aus der Castelsquelle in Mels; sein Ursprung liegt auf über 2'000 m ü. M. in den Sardona-Alpen beim UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona, wo es versickert und anschliessend rund 12 Jahre durch Gesteins- und Felsschichten gefiltert wird. Mehr zur Herkunft und zu den Mineralwerten finden Sie unter unser Wasser.

Häufige Fragen

Wie schnell kann eine Wasservergiftung entstehen?

Dokumentierte Fälle betreffen fast immer mehrere Liter innert weniger Stunden, deutlich mehr, als gesunde Nieren in dieser Zeit ausscheiden können. Über den Tag verteilte, normale Trinkmengen führen bei gesunden Menschen nicht zu einer Überwässerung. Auf die Geschwindigkeit kommt es also mehr an als auf die Tagesmenge.

Zählen Kaffee, Tee und Suppe zur Flüssigkeitszufuhr?

Ja. Die EFSA-Referenzwerte beziehen sich auf die gesamte Wasserzufuhr, also auf alle Getränke inklusive Kaffee und Tee sowie auf das Wasser aus fester Nahrung wie Früchten, Gemüse oder Suppen. Die frühere Annahme, koffeinhaltige Getränke würden den Körper netto entwässern, gilt bei üblichem Konsum als überholt.

Hilft viel Trinken beim «Entgiften» des Körpers?

Für die Vorstellung, grosse Wassermengen würden den Körper entgiften oder «durchspülen», gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten übernehmen Nieren und Leber; sie arbeiten bei normaler, ausreichender Flüssigkeitszufuhr zuverlässig. Mehr Wasser beschleunigt diese Prozesse nicht; sehr grosse Mengen belasten den Salzhaushalt eher, als dass sie nützen.

Können Kinder oder Säuglinge zu viel Wasser trinken?

Ja, kleine Kinder haben eine geringere Toleranz für grosse Wassermengen. Säuglinge decken ihren Flüssigkeitsbedarf im ersten Lebenshalbjahr in der Regel vollständig über Muttermilch oder Säuglingsmilch; zusätzliches Wasser ist meist nicht nötig und sollte nur nach Rücksprache mit der Kinderärztin, dem Kinderarzt oder der Mütter- und Väterberatung gegeben werden.

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Piz Sardona

Basisches Mineralwasser mit pH 8,0 aus der Castelsquelle in Mels — zwölf Jahre durch das Gestein der Sardona-Alpen gefiltert.

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