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Erklärvideo · 2:53

Pestizide im Trinkwasser — Erklärvideo

Was Chlorothalonil für die Schweiz bedeutet

Erklärvideo · 2:53 · KI-Stimme, Fotos mit KI animiert

Kurzes Erklärvideo: Woher das Schweizer Trinkwasser kommt, was Chlorothalonil hinterlassen hat, wie die Behörden das Risiko einschätzen und was für natürliches Mineralwasser gilt. Mit Sprechtext zum Nachlesen.

Veröffentlicht im Oktober 2026

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Sprechtext

Pestizide im Trinkwasser: was Chlorothalonil für die Schweiz bedeutet.

Gut 80 Prozent des Schweizer Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser. Über seinen Zustand wacht die nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA mit über 600 Messstellen.

Das Fungizid Chlorothalonil wurde seit den 1970er-Jahren breit eingesetzt. 2019 zeigten Messungen, dass seine Abbauprodukte verbreitet im Grund- und Trinkwasser vorkommen. Im Dezember 2019 entzog der Bund die Zulassung mit sofortiger Wirkung. Werte über 0,1 Mikrogramm pro Liter gibt es im Grundwasser von 16 Kantonen.

Die Abbauprodukte sind geblieben. Sie entstehen im Boden, wenn Wirkstoffe zerfallen, sickern mit dem Regen ins Grundwasser und sind ausgesprochen langlebig. Die Konzentrationen gehen zwar zurück, doch in vielen Fassungen dürfte es Jahre bis Jahrzehnte dauern, bis die Werte deutlich sinken.

Nach einer Schätzung des Bundes trank in den Jahren 2019 bis 2021 rund ein Zehntel der Bevölkerung Wasser, in dem diese Abbauprodukte über dem Höchstwert lagen. Betroffen sind vor allem Gemeinden im Mittelland. Für knapp 300 Wasserversorgungen sind Massnahmen verfügt.

Die Behörden betonen: Der Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter ist ein Vorsorgewert. Nach ihrer Einschätzung besteht kein kurzfristiges Gesundheitsrisiko, und das Leitungswasser kann weiter getrunken werden. Überschreitungen müssen die Wasserversorger trotzdem beheben. Ob der Höchstwert für alle diese Abbauprodukte gilt, ist zudem eine offene Rechtsfrage.

Wasserversorger setzen zuerst auf einfache Massnahmen: belastete Fassungen ausser Betrieb nehmen, belastetes mit unbelastetem Wasser mischen oder Wasser von Nachbarversorgungen beziehen. Eine technische Aufbereitung sieht der Bundesrat als letzte Möglichkeit.

Für natürliches Mineralwasser gelten andere Regeln als für Leitungswasser. Pestizide und ihre Abbauprodukte dürfen darin gar nicht vorkommen und auch nicht entfernt werden. Was ein Wasserversorger mit Aktivkohle oder Membranen lösen darf, muss bei einer Mineralquelle das Einzugsgebiet leisten.

Das Wasser von Piz Sardona versickert über 2000 Metern über Meer, in einem Gebiet ohne Äcker, Gemüse- und Obstkulturen und ohne Reben. Danach ist es rund zwölf Jahre im Gestein unterwegs. Nach Angaben der Mineralquellen Mels AG sind darin keine Pestizide nachweisbar, so wie es die ursprüngliche Reinheit eines natürlichen Mineralwassers verlangt.

Mehr dazu in der Piz Sardona Akademie.

Piz Sardona

Basisches Mineralwasser mit pH 8,0 aus der Castelsquelle in Mels — zwölf Jahre durch das Gestein der Sardona-Alpen gefiltert.

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